Gedichte und Verse über unseren Club

 

Hermann Frankl

Hermann Frankl zum 125 jährigen

Bes. P.Müller. 1935

Mit 25 Freunden geht’s in die neue Zeit,

mögen sie pflegen die Geselligkeit.

Ich führe sie an nach dem Alphabet

damit kein Name dem Club entgeht.

 

Dr. Jost Bauer sich der Tertius nennt,

auf allen Gebieten sich bestens auskennt,

in der Orthopädie ist er ein Meister,

auch die Politiker oftmals reizt er!

 

Helmut Beckhaus ist ein alter Krieger,

war im letzten Krieg ein guter Flieger,

erhielt schwere Wunden an seinem Bein,

bereiten ihm darum oft sehr viel Pein.

 

Heinrich Besenthal ist als Bauer bekannt,

ist vorerst vom Spiel mit Karten verbannt.

Ein Unfall ließ ihn die Muskeln schwinden,

möge er bald wieder Anschluss finden.

 

Dr. Wolfgang Fleckner, Arzt für die Augen,

sorgt dafür, dass sie ein Leben lang taugen.

Er hat als Arzt in manch Augen geschaut,

jungen Menschen Wege in die Zukunft gebaut.

 

Hermann Frankl ist ein Mann vom Bau

kannte den Doppelkopf vom Kommis genau.

Er hat in Bevensen manchen Bau erstellt

und viel gesehen in der ganzen Welt.

 

Dr. Günther Graf, ein Arzt für jedermann

geht an die Nieren so richtig ran.

Hat einen Faible für schöne Pferde,

und liebt die Heide auf unsrer Erde.

 

Nils Hirschfeld ist passiver Gast,

kommt nicht zum Spiel, ist keine Last.

Er konnte sehr gut fotografieren

und beim Kartenspiel sich durchlavieren.

 

Dr. Eckhard Krause, unser Chronist,

psychotherapeutisch belastet ist,

hat hier im Club seinen Job gefunden,

fühlt sich gut bei uns eingebunden.

 

Dr. Carsten Meier, der Doktor fürs Vieh,

der Jüngste hier in der Hierarchie,

er bringt in den Club sein frisches Blut,

und spielt für seine Jugend wirklich gut.

 

Karl-Heinz Tute sorgt für die Übersicht,

durch gute Scheiben fällt immer Licht,

wenn man ihn braucht, ist er immer da,

stets schussbereit mit seiner Kamera.

 

Peter Wengel ist oft auf der Suche,

nach Qualität von Stoffen und Tuche,

in Uelzen zu Hause und bestens bekannt,

ist er nach Bevensen zu den Karten gerannt!

 

Friedhelm Werremeier, ein Krimi-Autor,

war für die Chronik ein starker Motor,

hält sich zur Zeit vom Spielen zurück,

sucht beim Fernsehen als Autor sein Glück.

 

Viktor Mölders, ein Kaufmann für den Bau,

nimmt sein Amt als Präsident sehr genau,

macht auch den Lustwart stets mit Bravour,

sorgt Himmelfahrt für manch schöne Tour!

 

Peter Möll, ein Mann mit viel Stil,

macht auf dem Golfplatz ein gutes Spiel,

auch beim Doppelkopf hat er viel Glück,

hat für Karten einen selten guten Blick!

 

Helmut Oetzmann, ein Mann von Format,

ist hier an der Schule Oberstudienrat,

er formt die Schüler fürs spätere Leben,

hat manches auf den Weg ihnen mitgegeben.

 

Jürgen Rätzmann kommt her vom Land,

war schon in Afrika im Wüstensand,

hat auch die Politik im Leben versucht,

ich glaube sogar dieses manchmal verflucht.

 

Helge Scheffler hat’s mit den Finanzen,

er geht mit unseren Zahlen tanzen,

ein Steuerberater, der den Club berät,

wie man mit dem Geld auf Reisen geht.

 

Manfred Schmidt wäscht rein und zart,

fährt den berühmten kleinen „Smart",

um uns damit klar zu beweisen,

auch damit kann man die Welt bereisen.

 

Henning Schneefuß befasst sich mit Brillen,

die Käufer beugen sich meist seinem Willen,

die von ihm dazu empfohlenen Gläser,

sind bestens für uns als Zeitungsleser.

 

Jürgen Schulze, Letzter einer Dynastie,

die Maschinen baute für die Agronomie,

die hier in Bevensen ein Werk besaß,

es war für die Orientalen ein gutes Maß!

 

Cyril Schwenson, Apotheker aus Finnland,

hält die Spielkarten lange in seiner Hand,

berechnet das Spiel hin bis zum Schluss,

weil ein Gewinn für ihn rauskommen muss.

 

Peter Speckin, für Ford Auto-Vertreter,

kennt in Bad Bevensen fast ein jeder,

in der „Schandgeige" ist er oft zu Hause,

mit ihm gibt’s schon manch schöne Sause.

 

Uwe Toben kämpft für unser deutsches Recht,

sein Doppelkopfspiel ist auch nicht schlecht,

mit ihm kann man todsicher Pferde stehlen,

kommt’s mal drauf an, er wird dabei nicht fehlen.

 

Rainer Wetzel aus Barum ist Architekt,

ist für uns im Club niemals suspekt,

freut sich in Bevensen mit uns zu spielen,

ist aber dabei sicher keiner von vielen.

 

Wolfgang Worgull ist in Bevensen Notar,

macht sich beim Club eigentlich recht rar.

Es fehlt zum Spielen oft ein vierter Mann,

wäre er öfter da, käme er sofort mit ran.

 

Das ist die Runder der fünfundzwanzig,

dabei haben alle immer etwas an sich,

das ich hier mal ganz kurz skizziert,

keiner sei deswegen gleich indigniert!

 

Dieser Beitrag ist von Hermann Frankl,

zeigt dem Club hiermit den steten Wandel

in den langen Zeiten von 125 Jahren.

Möge uns Stillstand im Bohm’schen bewahren.

 

125 Jahre geht der Blick zurück!

Hier wurde ein Geschick zum Glück:

Vier Männer fanden sich zum Bunde,

spielten Karten in fröhlicher Runde.

 

Bei Mutter Bohm begann das Spiel,

das besagt jedoch nicht gerade viel,

doch wurde es den Vieren Pflicht,

den Tag des Spiels vergass man nicht!

 

Standquartier wurd‘ das „Deutsche Haus",

der Kreis der Spieler weit’te sich aus,

nach Mutter Bohm wurd‘ der Club benannt

und war in Bevensen sehr bald bekannt.

 

Man konnt‘ sich nicht für ihn bewerben,

man konnte nur gebeten werden,

als Gast beim Spielen zu beweisen,

daß er passt zu Bohm’schen Kreisen.

 

Der Club vereinte viele Namen,

die aus allen Kreisen kamen,

die den Wert des Clubs vermehrten

und damit ihre Gründer ehrten.

 

Die Lokale wurden auch gewechselt,

am Geist des Clubs doch nie gedrechselt.

Gewinn und Verlust war unser Spiel!

Wir bleiben die Alten: war unser Ziel!

 

Der „Doppelkopf" als Kartenspiel

macht uns froh und bedeutet viel,

da keiner von Geschäften spricht,

auch die Politik berührt uns nicht.

 

Ein wicht’ger Grund sind unsre Frauen,

die uns im Leben stets erbauen!

Sie haben im Club hier nichts zu suchen,

sollten sie auch mal drüber fluchen.

 

Ein guter Grund fürs Kartenspiel

hat das Familienglück zum Ziel.

Es ist nicht neu, das Spiel mit Karten,

bewahrt die Männer auszuarten.

 

Der Spieltrieb liegt nun mal beim Mann,

so daß man daraus folgern kann:

um Unerwünschtes zu verhüten,

sollt‘ man Kartenspiele bieten.

 

Wo Frauen ihrem Mann dies nahmen,

war sein Ersatz ein Spiel mit Damen!

Um solche Spiele zu verhindern,

sollt‘ man den „Doppelkopf" nicht mindern.

 

Und die Moral, was sagt uns die?

Die Karten sind: „Verhüterli"!

Die Frauen hatten keine Sorgen,

drum ist der Club so alt geworden!

 

Himmelfahrt ist für uns ein Fest,

das in die Natur uns fahren lässt,

der Lustwart führt durch unser Land,

fand Stellen, die oft unbekannt.

 

In der Heide war stets viel zu gucken,

dort trafen wir auch unsere Schnucken.

In Barnsen konnten wir Rundflüge buchen,

und unsere Heimat von oben suchen!

 

Auf’s Spielgeld durch verlorene Karten

mussten wir stets 5 Jahre‘ warten,

doch unser Lustwart konnt‘ beweisen,

wie gut es ist, damit zu reisen!

 

Dänemark war eine Reise wert,

Stadt Kopenhagen von uns begehrt,

die Meerjungfrau sich im Wasser nässt,

„Gorch Fock" den Hafen flugs verlässt.

 

Wir war’n in London, in Brighton on Sea,

tranken im Pub Bier wie noch nie,

waren in Leipzig und auch in Dresden,

konnten die DDR nächtens dort testen.

 

Danzig war für uns ehrlich ein Genuss,

Königsberg jedoch eine bitt’re Nuss!

Die Kaschuben machten uns viel Freude,

es waren ganz vernünft’ge polnische Leute.

 

Die letzte Reise war anders geartet,

sie wurde sogar durch einen Flug gestartet.

Nicht schnell erreichbar mittels eines Zuges

war Istanbul das Ziel dieses Fluges.

 

Wir besuchten ‘ne Stadt auf zwei Kontinenten,

bestens organisiert durch uns‘ren Präsidenten.

Wir genossen diese Stadt mit allen Sinnen,

geschichtsträchtig mit Moscheen und Zinnen.

 

Das war die Reise zum runden Jubiläum,

zugleich die erste im neuen Millennium!

Mit 25 Freunden geht’s in die neue Zeit,

mögen diese pflegen die Geselligkeit.

 

Alle Namen zu nennen ist nicht möglich.

Begegnen tun wir uns oftmals täglich.

Ich selbst bin der Älteste dieser Runde

und bereue in diesem Club keine Stunde.

 

50 Jahre bin ich im Club dabei,

bin manchmal laut und äussere mich frei.

Kann manchmal gewinnen, auch verlieren,

brauch‘ mich deswegen nicht zu genieren!

 

Ich möchte danken für alles im Leben,

was mir Freunde, Menschen gegeben,

Der „Bohm" war dazu ein Meilenstein,

drum geht er in meine Chronik ein!

 

 

Ernst und Scherz.

 

Melodie: „Studios auf einer Reis"

 

Auch ich, verzeihet liebe Herrn,

Möcht’ heute Abend doch so gern,

Als junges Mitglied es mal wagen

Was mir am Herzen liegt, zu sagen.

 

Wenn jemand Jubiläum hat,

dann ist’s ein grosser Freudentag,

Den man begeht mit frohem Mut,

Beim Festessen und Rebeblut.

 

Und grad in uns’rer heut’gen Zeit,

Wo wechselt sehr schnell Freud und Leid,

Da ist es recht, wenn heut und morgen

Mal schwinden alle Erdensorgen.

 

Der Bohm’sche Klub, seit 60 Jahr

Ein treuer Sorgenbrecher war

Beim Doppelkopf und auch beim Skat

Ein jeder die Sorgen vergessen hat.

 

Wie man heut Volksgemeinschaft lehrt,

Und jeden Stand und Menschen ehrt,

Das konnt man schon mit 60 Jahren

Im Bohm’schen Kartenklub erfahren.

 

Mög’ lang sich noch in diesem Kreis,

Nach alter, treuer, deutscher Weis,

Humor und Frohsinn sich erhalten

Dass mög’ der güt’ge Schöpfer walten.

 

Satire, und harmloser Scherz,

Erfrischt beschwertes Menschenherz,

Drum darf auch niemand böse sein

Wenn er errät, was ich jetzt mein.

 

Ich bin ja doch ein Lehrling nur,

Im Doppelkopp und - in Figur,

Wenn Intelligenz beim Spiel versagt

Die Glücksgöttin ein Einsehn hat.

 

Doch still, ganz ruhig und bescheiden,

Lass gern ich mich darum beneiden,

Ich lach hinein in meinen Bauch,

Den sowas freut ein denn ja auch.

 

Man sagt mir manches zarte Wort,

Sie mussten hier, und hätten dort,

Den Fuchs! - den Fuchs! potz saprament

Ich mach ihn gar zu gern am End!

 

Am letzten Abend ist’s passiert,

Ein stilles Solo hab ich riskiert,

Da hab auch ich mal hell gelacht

12 Punkte hat’s mir eingebracht.

 

Ein Rechtsanwalt möcht ich wohl sein,

Der jeden Stich berechnet fein,

Denn scharfes Denken ist sehr wichtig

Was ist denn dass? Jawohl, sehr richtig!

 

Ja schlimm ist es, sucht man den Mann,

Da nie Vertraun man haben kann,

Da tappt man stets in Dunkelheit

Und zweifelt an die Ehrlichkeit.

 

Es herrscht stets grosse Einigkeit,

Bei Besprechungen zur Festlichkeit,

Auch ob die Tunke die dabei

Mit, oder ohne Sahne sei.

 

Wir können auch nie Proteste haben

Handelt es sich mal um die Wagen,

Zu einer grossen Autotour,

Wir kennen Volksgemeinschaft nur!

 

Mit rührend, inniger Sachlichkeit,

Erklären die Herren sich stets bereit,

Für Abnutzung, Benzin, Oel, Licht,

Entschädigung? Die woll’n wir nicht!

 

Wie oft ist es mir schon passiert,

Ein Auto mich zum Klub hin führt,

Wenn’s schneit und regnet in der Nacht,

Per Auto auch nach Haus gebracht.

 

Der Kassenführer spricht charmant,

Von einem glänzenden Kassenbestand,

Wo kommt das viele Geld wohl her

Dass niemals wird die Kasse leer?

 

Ich sag es Ihnen meine Herrn,

Sie wollen es doch hören gern,

Der Doppelkopp, bringt all das Geld

Womit die Tafel reich bestellt.

 

Wir spielen ruhig, mit Bedacht,

Bei uns wird niemals krank gemacht,

Der grosse Lärm, o bitte sehr,

Kommt immer nur vom Skattisch her.

 

Am Tisch der temperamentvollen Herrn,

Hört man ‘nen guten Witz sehr gern,

Beim Doppelkopp ist man empört,

dass man auf solche Sachen hört.

 

Gern spricht man von der Jugendzeit,

Erinnerung, - wie liegst du weit,

Die gänzlich, ohne Jugendsünden

Sind nur beim Doppelkopp zu finden.

 

Wenn der Kassierer ruft: Hier ran!

Dann treten alle freudig an,

Ein jeder freut sich wie ein Fisch,

Wenn’s Geld so rollet auf den Tisch.

 

Ja meine lieben Herren, wir

Sind trotzdem wirklich glücklich hier,

Pünktlich ist es bei uns stets Schluss,

Die Gattin lohnt es durch ‘nen Kuss.

 

Kurz ist der langen Rede Sinn,

Nehmt es aus treuem Herzen hin,

Ich bitt’ Euch Lieben alle noch,

Dem Bohm’schen Klub ein dreifach Hoch!

 

 

 

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